Kreuzrollenführung
Die Kreuzrollenführung enthält zylindrische Rollen, die abwechselnd um 90° gekreuzt angeordnet sind. Durch diese Geometrie nimmt sie Lasten aus allen Richtungen — radial, axial und als Momente — auf. Sie verbindet hohe Steifigkeit mit kompakter Bauweise und kurzen Hüben.
Aufbau und Wirkprinzip
In einer Kreuzrollenführung laufen zylindrische Rollen in einem V-förmigen Laufbahnsystem, wobei jede zweite Rolle um 90° zur benachbarten gedreht ist. Diese Kreuzanordnung bewirkt, dass jede Rollenhälfte eine andere Lastrichtung aufnimmt: Die einen Rollen tragen radiale Lasten in einer Richtung, die anderen in der Gegenrichtung sowie axiale Lasten. Das Ergebnis ist eine allseitige Lastaufnahme aus einer einzigen kompakten Führungseinheit. Kreuzrollenführungen kommen in flacher Schienenform (für begrenzte Hübe) und als Kreuzrollenring (für Drehbewegungen) vor.
Typische Einsatzfelder
Kreuzrollenführungen werden bevorzugt eingesetzt, wenn hohe Präzision, allseitige Lastaufnahme und kompakte Abmessungen gefordert sind: in Koordinatenmessgeräten, optischen Systemen, Halbleiter-Handhabungsanlagen, Werkzeugmaschinen-Schwenkachsen und Mess-/Prüfeinrichtungen. Die kurze Bauform eignet sich für begrenzte Hübe (typisch unter 500 mm); für unbegrenzte Hübe wird das Umlaufprinzip (Rollenumlauf) genutzt.
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