Abtriebsdrehmoment
Das an der Abtriebsseite eines Getriebes abgegebene Drehmoment — die nutzbare Drehmomentkraft, die nach der Übersetzung und unter Berücksichtigung des Wirkungsgrads zur Verfügung steht.
Definition
Das Abtriebsdrehmoment ist das Drehmoment, das an der Ausgangswelle eines Getriebes oder eines Antriebssystems tatsächlich abgegeben wird. Es ergibt sich aus dem am Eingang anliegenden Antriebsdrehmoment, multipliziert mit dem Übersetzungsverhältnis und dem Wirkungsgrad des Getriebes. Ein hohes Übersetzungsverhältnis erhöht das Abtriebsdrehmoment, reduziert dabei jedoch die Abtriebsdrehzahl proportional.
In der Antriebstechnik ist das Abtriebsdrehmoment eine der zentralen Auslegungsgrößen. Es bestimmt, welche Last ein Antriebssystem tatsächlich bewegen kann. Bei der Auswahl eines Getriebes muss das erforderliche Abtriebsdrehmoment bekannt sein, um das passende Nennmoment des Getriebes zu wählen und eine Überlastung zu vermeiden. Dabei fließen Anlaufmomente, Spitzenlasten und Dauerbetrieb in die Berechnung ein.
Praxisrelevanz
Bei der Auslegung von Getrieben für Fördertechnik, Roboterantriebe oder Werkzeugmaschinen ist das Abtriebsdrehmoment der entscheidende Parameter. Es muss stets größer sein als das maximal erforderliche Lastmoment, zuzüglich eines Sicherheitsfaktors von typischerweise 1,5 bis 2,0. Überschreitungen führen zu vorzeitigem Verschleiß oder zum Getriebebruch.